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Brief an einen Unbekannten

Bis zu welchem Punkt lässt sich gelangen? Im Labyrinth, ohne Licht, verirrt, so wie die erste Szene eines französischen Filmes…im Schlamm aufwachen, im Lehm, geboren um die Hand in den dunklen Himmel zu strecken: dort in der leeren Hand!…es verschwimmt…es gleitet davon. Die Frage jedoch bleibt: wo ist Licht? Wo ist die Hoffnung zu Hause? Ist es die Widergeburt? Ist es das Sich- Erneuern im Kind? Was sind die Fragen die es zu klären gilt? Alle kennen wir diese Redeweise, man solle ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und Kinder haben. Sind es die Kinder? Oder ist es nicht vielmehr alles gemeinsam. Was wäre denn, wenn die Welt um dieses Haus diesen Baum und auch um diese kleine Familie zu ändern wäre? Kann man sich in die “Idylle der Privatheit” zurückziehen? Wann gilt es zu kämpfen? Das Schwert in die Hand nehmen. Aber was nehmen wir denn heute noch in die Hand? Buchstaben, Worte, Stifte, Computer. Schwerter oder Krieg nimmt doch niemand mehr in die Hand. Inwieweit ist unsere Gesellschaft denn eigentlich militarisiert? Sollte man Bomben basteln? Sicher nicht. Aber unsere Kinder spielen mit schwerem Kriegsgerät. Sie beherrschen Waffensysteme, die bis in die neunziger Jahre hin und darüber hinaus abgebildet sind. Und mehr noch! Unsere Kinder lernen hoffentlich auch, was in der Vergangenheit mit Waffen gemacht wurde. Was wissen wir denn eigentlich selbst über Waffensysteme?

Kann die Liebe eine Waffe sein? Die Liebe ist das Lieblingsthema eines mexikanischen Philosophen und Schriftstellers, der im deutschen kaum gekannt wird. Ich rede von Octavio Paz, dem Octavio Paz, der einen Friedensnobelpreis bekommen hat.

Im neustem Soderbergh Film über Che Guevara ist ein “Che” zu sehen, der schreibt:
„Die größte Tugend des Revolutionärs ist die Liebe“.

Nein. Sorry. Der hat keinen Friedensnobelpreis bekommen.

Die romantische Liebe?  Sartre fand, die höchste Tugend des Intellektuellen sei es, einen Wiederspruch zu beschreiben. Einen dialektischen Wiederspruch: etwas Treibendes, eine Kraft. Die Kraft des Wortes? Bei Sartre nicht, aber in Lateinamerika gibt es bereits seit langem eine Bewegung, die die Kraft des bewaffneten Wortes vertritt. Angefangen bei den spanischen Conquistadoren. Standen sich beim zusammtreffen jener zwei Welten, damals als Columbus in Haiti oder Cortés in Mexiko ihren Wiedersprüchen begegneten, nicht zwei bewaffnete Wörter gegenüber? Von „woher“ machten sich Ihnen denn Wiedersprüche geltend. Waren dies Wiedersprüche aus dem Zentrum oder der Peripherie des Reiches oder Imperiums zu hören? Waren es nicht vielmehr zwei regionale Wiedersprüche, die aus dem Zentrum zur jeweiligen Peripherie hin “funkten”? Welche Kommunikationsmittel wurden damals gebraucht? Kann ich nicht heutzutage mit den Mitteln der Telekommunikation in die Peripherie und das Zetrum jeglicher “Gegend” hin funken? Wo entstehen denn die Geister? Jene Geister die damals aus dem “Traum der Vernuft” bei Goya entsprossen. Böse Geister, nächtliche und dunkle Geister: Bewohner der Nacht. Was ist, wenn es keine Nächte mehr gibt? Im ewigen Schein der Lampe, jenes treuen Begleiters durch die Nächte des Einsamen. Nahm man sich nicht eine Lampe, eine Kerze gar, zu Hilfe? Kerzen und Brillen. Erste Hilfsmittel der visuellen Kommunikation. Schrift ist nicht zuletzt ein Hilfsmittel visueller Kommunikation. Was ist wenn die Hilfe zum Leben das Leben selbst wird. Schriftliche Kommunikation bezieht sich in der Regel auf so etwas wie “Sinn” hin. Geht es nicht vielmehr um alle fünf Sinne , die es zu benutzen gilt? Oder geht es um den Sinn, den man in der Bibliothek selbst findet? Welchen “Sinn” können Medien übertragen? Hat mein Text für sie, geneigte Leser, so etwas wie “Sinn”? Was richten Geräusche im Flur mit Ihrer Psyche denn an?
Saló.
No va a regresar.

Plakatidee

Wollen wirs hoffen. Wollen wir hoffen, dass jene Welt von “Saló, oder die 120 Tage von Sodom”, welche Piere Paolo Pasolini in seinem Film beschreibt, nie wiederkehrt. Reden wir dabei über Faschismus! Bis wohin geht die Grenze des faschistischen, wenn die UN einen Beobachter in unsere Regionen schickt? Einen Beobachter, der sich mit Rassismus, Dikreminierung und Intoleranz auseinandersetzt. Setzt es denn Ihnen nicht zu, beobachtet zu werden? Warum beobachten die uns eigentlich wenns da nichts gäbe und alles so wäre, wie in den Medien geschwiegen wird? Denn die wichtigste Nachricht ist der Tod von Michael. Ansonsten passiert hier nix.
Bis wohin reicht denn bei uns der bewaffnete Wiederstand hierzulande? Und wofür denn bitte? Waren nicht die letzten Bewaffnungen in Sachsen ausgerechnet von Faschisten versucht worden? Bin ich etwa für einen bewaffneten Wiederstand? Nein. Das ist der falsche Weg. Was soll man dabei in die Hand nehmen? Steine, Wörter, Atombomben? Welches Wort schlägt denn bei uns noch so richtig ein wie “ne Bombe”? Welche meint man denn dann? Wo liegen die Bomben in den Wörtern? Ist die Musik nicht auch eine Bombe? Löst sie nicht auch ein Zucken aus? Gefolgschaft? Wieviel Gefolgschaft bringt man denn hinter sich? Sind Gesetze nicht Mittel der Gefolgschaftsbildung? Wieviel bekommt man denn zusammen? Welche Mittel sind dabei in Betracht zu ziehen? Ist das Wort nicht universalstes Mittel der Gefolgschaftsbildung? Oder hat Gefolgschaftsbildung eventuell andere Dimensionen? Wo steckt man denn jene Qualitäten hin, die Max Weber beschreibt? Wozu gehört jenes Mittel der Herrschaft und Gefolgschaftsbildung, was sich „Charisma“ nennt? Was ist, wenn man nur Worte als Geschenk bekommt? Worte des Versprechens und der Hoffnung. Eine Rede. Das gesprochene Wort, die Agitation. Klassisch von der Bühne herab. Die Aufforderung zum Kampf. Der „Ruf zu den Waffen“. Bleibt man Pazifist, oder überlebt man? Bis zu welcher Stelle reicht die so genannte “Linientreue”? Ist “Linientreue” nicht vielmehr eine militärische Strategie oder doch Parteinpolitik? An welcher Stelle ist denn nun die Linientreue? Ist sie geometrisch oder gewachsen, “ursprünglich”. Jenes häßliche Wort im Munde eines Sachsen. Inwieweit ist die “Mischung”- “el mestizaje” eine große Kategorie? Ich habe es bereits in meiner Kritik zum Kriminalroman erwähnt, zum mexikanischen Kriminalroman wohlgemerkt! Denn “Mischung” ist im der Ideengeschichte des mexikanischen Diskurses bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hin eingetragen. Bei José Vasconcelos finden wir die Kategorien “mestizaje” und die “raza cosmica”. Man könnte das ganze auch Science Fiction nennen. Vasconcelos träumt von einer Art “fünften Rasse”. Der Rassebegriff ist im deutschen Diskurs extrem verpönt. Im Spanischen jedoch, hat der Begriff auch positive Konnotationen. Die “la raza” können auch die Typen sein, die unmittelbar vor deinem Haus leben. Die „Rasse“ auf Spanisch kann sich auch auf Stammesebene hin “organisieren”. Das “organische” ist leider auch wieder einer jener verteufelten Wörter, die man eigentlich nicht “in den Mund nehmen darf”. Dies sollte keine Ansage sein. Es ist einer jener Stolpersteine, die einem heutzutage so in den Weg gelegt werden. Diese Steine halten zu einem “Nachdenken” an. Zu einem Be-Denken. Ein Be-denken ist eine Sammlung. Eine Lese. Ganz im Sinne der “Auslese”. So wie im Märchen damals.
“Die guten ins Töpfchen, die Schlechten…”wo auch immer hin. Das machen wir so, immerwieder! Die Schlechten…Die Schlechten. So sagen SIE das.
Halten wir also alle einen Moment Inne. Lesen wir.
Wen oder was lesen wir denn? Die Schrift, die Schrift ist es, die uns am Leben erhält. Oder sind es die Filme? Wohin sich orientieren, mit was sich beschäftigen? Filme analysieren, Menschen, Bewegungen, Denken? Denken ist in Bewegung sein und bleiben. Denken bedeutet vor die Tür gehen, nachschauen, selber kucken. Beschreiben und Schreiben. Reden und Schreiben.Vielleicht nur schreiben, weniger Reden. Ist man seiner eigenen Sprache mächtig? Vielleicht bin ich hier vor Ihnen zusammengebrochen? Vielleicht winde ich mich im Staub, zergehe und zerfalle. Denken sie sich das Mal so, eigentlich…ja so eigentlich könnte ich auch sagen, ich verwese hier genau…genau direkt hier vor Ihnen. Ich Sterbe nicht schnell, sondern langsam. Mir ist Zeit gegeben, der Weg ist lang. Wollen wir also hier gegenüber und voreinander einfach nur sitzen und verwesen? Wir schauen uns an und schauen dabei zu. Wir teilen keine Ideen. Wir kommunizieren nicht. Das nennen manche „Integration“. Dem Anderen zusehen, wie er vegetiert. Ihm beim langsamen Sterben seiner Ideen und Hoffnungen zusehen. So gehen wir mit unseren Nachbarn um. Wir kasernieren, isolieren, stigmatisieren sie. Wir lassen „ihnen“ keine Wahl. Das wir „sie“ sind, dass glauben wir nicht. Das klingt ja nach Mystik, nach krudem Scheiss. Nein bitte nicht sowas. Viel zu romantisch verstiegen, ideal verbrämt. Scheusslich dieser Pathos. Als ob noch irgendwas moralisch wäre? Hat der denn nicht gelernt? Wir öffnen die Sektflasche und feiern den Tag uns selbst und nur uns selbst. Wir sind uns nicht genug. Nein, denn wir sind immer mehr. Und wenn wir gelegentlich ein paar Sündenböcke opfern und ein Schlachtfest betreiben, dann liegt dass an unserer Größe. Wir sind nämlich ganz gewieft, wir schlachten nicht mehr selbst, wir lassen schlachten. Und jeden Tag liegts dann auf unseren Tellern. Schönes frisches Fleisch, manche mögens eben blutig.

Müssten wir uns nicht vielmehr an die Hände fassen und miteinander tanzen? Man sollte „miteinander“ spielen, nicht nebeneinader. Die Kinder auf den Spielplatz schicken! Dort sollen sie sich begegnen. Wen nehmen sie denn wahr? Wen werden sie “erkennen”? Oder werden sie sich “verkennen”. Was passiert wenn auf einmal was fehlt? Wenn man in der Schrift vor einem die Schrift der verhassten Zeitung erblickt, die man selbst liest. Sie nennt sich „Liberation Serif“. Eine frei verfügbare Schriftart. Und wenn ich das sage, dann meine ich es auch so. Ich muss die Bedingungen meines Handelns kennen. Das bedeutet, die Herrschaft über die Produktionsmittel zu mitzuorganisieren. Welches ist das wichtigste Produktionsmittel? Wo liegt die Lebensader verborgen, oder auch die Goldader. Die Goldader allerdings wäre schon wieder extra zu analysieren. Für manchen wurde die Lebensader zur Goldader. Man kann sich aber auch verlieren. Wenn die Lebensader zum Strohalm wird, dünn und zerbrechlich, dann ist Furcht angesagt. Was hält man von Leuten, die grölend am Haus vorbei trollen? Wieviel Gewalt ist man denn ausgesetzt? Ab wann wird Gewalt spürbar? Werden sie oft verprügelt? Sind sie jemals in dieser Gefahr gewesen? Wer verprügelt wen? Das ist die Frage die man sich stellen sollte. Auf welcher Seite will man stehen, ist es die Seite der „Geprügelten“? Wieviele Opfer kann man hinnehmen? Wie oft wurde unsere Demokratie geopfert? Irgendwelche dahergelaufene Faschisten prügeln uns. Ich leugne glattweg die Möglichkeit, dass wir nicht von Spinnern geleitet werden. Und warum? Wer hört wieviel zu? Die Worte des Meisters sind in Deutschland unergründlich. „Tief“ die Gedanken. Warum fliegen denn bitte die Gedanken in Deutschland eigentlich ausgerechnet „tief“? Eigentlich sollten sie doch hoch am Himmel fliegen, leicht und beschwingt. Nein, wir hier in Deutschland, wir fliegen auch gern mal „tief“. Bomben schmeissen wir natürlich nur von oben. Naja…also auch nicht so richtig. Nein wir gucken nämlich nur nach…wir schauen mal so, mit unseren Tornados. Nein, die schiessen nicht! Bitte, bleiben sie sitzen. Nein wir sind doch nicht im Krieg, keine Panik. Alles ist gut…alles wird gut. Glauben sie mir. Kein Problem, ich wollte auch gar nicht weiter stören…

und mit dieser logik garnen SIE uns ein, SIE singen das lied des krieges, der angst und der notwendigkeit zu kämpfen. wir kämpfen immer mit der angst vor uns selbst. die angst vor dem Anderen ist nur die angst vor uns selbst. die Anderen kommunizieren, sie senden botschaften ab. lasst sie uns hören. lasst uns lesen. lesen wir die Anderen.

Es, Ich, Es. Ist. sein. sein. sein. gewesen. geweses. gewesen. processing. wait a minute. por favor espera, sigue procesando.

killall -9 pulseaudio

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