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Dresdner Stadtrat bekennt sich zur Tautologie

Heute beschloß nach langer Diskussion, in der sogar ein Gastredner einer Initiative und selber Heimbewohner zu Gast war, der die Lage in den Asylbewerberheimen schilderte. Er trug den wunderlichen Namen Mohammed und kam von weither, soviel bekamen auch unsere Stadtratsabgeordneten wohl noch mit. Und seltsam, er zitierte Kant, nein der passt nicht mehr zu Uns. Nein, sowas nicht! Der Sachse im Allgemeinen und der Dresdner im Besonderen braucht einfachere Weisheiten. So wie diese: Schwarz bleibt Schwarz, Grün bleibt Grün und Fahrradfahrer fahren auf Rädern, Gastredner sind auch gern zu Gast. Klar ist auch, dass sich Spätaussiedler und Kontingentflüchtlinge schon immer um dezentrale Unterbringung bemühen durften. Ein Zeichen wäre gewesen, wenn sich dies auch auf Asylbewerber und Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung bezogen hätte, die hier ihre Zeit in Heimen „verwarten“. Dem wird weiterhin nicht so sein.

Aber man hat ja was beschlossen! So einfach wollte man sich sicher keinen bösen Willen unterstellen lassen, nein…auf eine Richtlinie für Ermessensspielräume konnte man sich dennoch einigen. So beschliesst man lieber, dass zu beschliessen, was im Gesetz steht. Schwarz bleibt Schwarz und Grün bleibt Grün, Gelb ürigens auch Gelb und Rot sowieso. Braun allerdings hätte dann schon noch gerne was haben wollen, nämlich, dass „Spätaussiedler“ unterstrichen wird…denn diese „Deutschen“ begrüßt man gern, wie unter Protest vorgetragen wurde. Selbst mit Reichen wurde da nicht gespart- wenn dies auch zu weit ging und die Oberbürgermeisterin nun doch zu einer überlegteren Wortwahl auffordern musste. Und so bleibt denn alles beim Alten oder eben auch wie es ist. Zumindest solang, bis sich endlich was an den Mehrheitsverhältnissen in dieser Stadt tun wird. Vielleicht hat dann auch ein Asylbewerber endlich die Möglichkeit sein Doppelzimmer und seine 6qm gegen eine angemessene Wohnung zu tauschen. Solange jedoch sollen sie sich mal schön freuen, den Verhältnissen entkommen zu sein, weiterhin nicht zu arbeiten und auch sonst…in ihren heimeligen Betten mit dem obligatorischem Stuhl sind sie doch gut aufgehoben. Soviel immerhin haben wir übrig, nicht für Banken, nein, als Rettungsschirm für Menschen die bei uns Schutz suchen. Gut, es schimmelt manchmal, vielleicht wirft auch einer der braunen Freunde bei denen man zu Gast ist etwas ins Fenster oder brüllt ein wenig vor dem Gartentor (die Vorkommnisse mit den braunen Freunden beziehen sich jetzt auf Erzählungen einiger Heimbewohner in Langburkersdorf in tiefster sächsischer Provinz, für die ein Beschluß aus Dresden sicherlich einige Ausstrahlungswirkung haben dürfte- welches ich im September letzten Jahres besucht habe und das zum Landkreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge gehört. Für Dresden will ich jetzt sowas nicht direkt behaupten- die Unterbringung in Heimen ist bestimmt toll für alle, die sowas [Würfe/laute Unmutsbekundungen/Brunftschreie/lustige Sinnsprüche, die man Fremden hierzulande gern mit auf den Weg gibt] in Zukunft vorhaben, da weiss man wenigstens wo man suchen muss…) aber ansonsten- alles beim alten, alles genau geregelt, so wie es sein muss, da ist man sich bei der CDU sicher, auch wenn man zu Besichtigungsterminen nicht erscheint. Soviel Sicherheit und auch ein Bekenntnis für Dynamo ist immer drin. Da sollte man auch nicht den falschen Eindruck haben, hinter manchem Schwarzen steckt Braun- gegen sowas ist man gefeit- Schwarz bleibt eben Schwarz und Gesetze dürfen auch gern mal durch Beschlüsse bestätigt werden. Und so dürfen sich denn nun auch die eine Wohnung suchen (dezentrale Unterbringung im Fachjargon- nicht der Eigenlichkeit, sondern der uneigentlichen Richtigkeit, denn so ist das ja nun auch nicht gemeint und sowas kommt eben von sowas) die sich eine Wohnung suchen dürfen. Bravo! Weiter so. Und Dresdner… wählt weiter Schwarz, damit ihr nicht bald Rot seht. Denn auf einem Auge ist man blind und auf zwei Beinen steht sichs besser, besonders wenns Schwarzgelb ist, so wie die Fahne unserer schönen Landeshauptstadt. Denn gerade hier in Sachsen, wo die schönen Mädels auf den Bäumen wachsen, da bleibt alles so, wie es von jeher ist. Denn so soll es sein. Das Bestehende ist uns schon immer das Liebste und endlich darf das ja dann auch touristisch verstärkt promoted werden. Wir warten schon auf die Flut von „Bodentouristen“, wie es ein anderer Redner  geistreich und um Erfindungsreichtum nicht verlegen, formulierte. Diese Bodentouristen sollen uns demnächst also verstärkt besuchen kommen, ähm, nein nicht die mit den Packen auf den Rücken oder ihren Familien im Schlepptau, wir hätten gern Bayern, Baden Württemberger, ach, alle von hier halt. Dafür machen wir doch nun auch Werbung. Damit die sich dann angucken können, wie bei uns alles so ist wies war, oder besser, aber auf keinen Fall anders. Die werden Augen machen, wenn sie unsere schöne sächsiche Schweiz bestaunen, unsere Nationalen Bündnisse und auch den guten Mann mit der roten Fahne auf der Prager Straße. Was werden die sich freuen, und alles so schön schwarzgelb, bunte Fähnchen wollen wir raushängen, denn von Herzen muss es kommen. Bodentouris wir warten, wir glauben, wir lieben, wir hoffen! Nu, da simmer uns doch eensch! Und mit Fluten kennen wir uns aus. Die Sandsäcke holen wir nur für die Ausländer raus- keine Angst liebe Bodentouristen. Schwarz bleibt Schwarz und Gelb bleibt Gelb.

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